Anleitungen zu deinen GFK-Karten
Diese Seite gehört zu den QR-Codes auf unseren GFK-Karten. Zu jeder Kartenseite aus dem GFK Starterset findest du hier eine kurze Gebrauchsanleitung: wofür die Karte gedacht ist und wie du mit ihr arbeitest, zu Hause, im Büro oder im Seminarraum.
- Feedback-Gespräche
- Beobachtung und konkrete Bitten
- Werte und Haltungen
- Urteile-Kopfstand
- Werkzeugkoffer Empathie
- Hausapotheke Selbstempathie
- Gefühlskompass
- 1. Hilfe für Konflikte
Feedback-Gespräche: klar, offen, empathisch

Diese Karte ist für Gespräche, die du vor dir herschiebst: Deine Kollegin hat dich im Meeting zum dritten Mal unterbrochen, dein Mitarbeiter liefert später als zugesagt, und du willst es ansprechen, ohne dass die Zusammenarbeit Schaden nimmt.
Die fünf Schritte führen einmal quer durch so ein Gespräch, und die ersten drei erledigst du am besten vorher in Ruhe. Klär für dich, was genau der Auslöser ist und ob es dir um Verstehen, Verbindung oder Veränderung geht. Sammle dann, was eine Kamera aufgezeichnet hätte, und trenn es von der Geschichte, die du dir dazu erzählst. Such zuletzt nach der guten Absicht hinter dem Verhalten, auch wenn sie gerade schwer zu sehen ist. Im Gespräch selbst helfen die Beispielsätze auf der rechten Kartenhälfte, etwa „Ich erinnere mich an 3x in der letzten Woche, als du ... und ich hab den Eindruck, dass ...“. Den Abschluss macht eine verbindende Frage wie „Wie geht's dir mit meinem Vorschlag?“, so gestellt, dass auch ein Nein Platz hat. Ein schnelles Ja, das drei Wochen später nicht trägt, kostet dich mehr als eine ehrliche Rückfrage.
Wie du Feedback formulierst, ohne dass dein Gegenüber dichtmacht, vertieft der Artikel Feedback ohne Angriff.
Beobachtung und konkrete Bitten

Auf dieser Kartenseite liegen die zwei Stellen, an denen Sätze am häufigsten kippen. Die erste ist der Unterschied zwischen Beobachtung und Interpretation. Die Testfrage der Karte lautet: Was hätte eine Kamera aufgezeichnet? „Du hörst mir nie zu“ besteht den Test nicht. „Du greifst zu deinem Handy, während ich rede“ besteht ihn, und dein Gegenüber weiß sofort, wovon du sprichst. Die fünf Beispielpaare eignen sich als Selbsttest: Deck die grüne Spalte ab und übersetz die roten Sätze erst mal selbst.
Die zweite Stelle sind Bitten. Eine Bitte wird konkret, wenn dein Gegenüber weiß, was es wann tun kann, und sie bleibt eine Bitte, solange ein Nein erlaubt ist. Aus „Sei nächstes Mal bitte pünktlich!“ wird „Kannst du mich anrufen, wenn es Verspätung gibt?“. Kommt ein Nein, hält dich die Frage „Was brauchst du, um Ja sagen zu können?“ im Gespräch.
Bevor du die nächste heikle Nachricht abschickst, lies sie einmal mit der Karte daneben: Steht da eine Beobachtung und eine konkrete Bitte, oder ein Urteil und ein vager Wunsch? Den Hintergrund liefert Beobachtung ohne Bewertung.
Werte und Haltungen für gute Zusammenarbeit

Die Werte-Landkarte sammelt, was Menschen in Zusammenarbeit wichtig ist, von Verlässlichkeit über Augenhöhe bis Humor, gruppiert um die Mitte „Uns ist ... wichtig“. Sie gibt keine Schritte vor, sie ist zum Zeigen und Auswählen da.
Allein nutzt du sie vor einem schwierigen Gespräch: Welche drei Werte sind mir in dieser Sache gerade am wichtigsten? Wer das benennen kann, sagt klarer, worum es ihm geht, und erkennt schneller, welchen Wert das Gegenüber gerade verteidigt. Der Merksatz steht unten auf der Karte: Wenn du weißt, was dir und deinem Gegenüber wichtig ist, kannst du empathischer und klarer Feedback geben.
In Teams funktioniert die Landkarte als Einstieg in Klausuren und Workshops. Alle markieren ihre drei wichtigsten Werte, und die Häufungen strukturieren den Tag. Soll jede Person ein eigenes Exemplar in der Hand halten, gibt es das Motiv als Handkarte einzeln ab fünf Stück.
Urteile-Kopfstand: vom Vorwurf zum Bedürfnis

Oben auf der Karte steht eine Frage von Marshall Rosenberg: „Willst du Recht haben oder glücklich sein? Beides geht nicht.“ Solange du darauf bestehst, dass die andere Person Schuld hat oder etwas „falsch“ macht, erntest du Abwehr. Die Karte lenkt den Blick deshalb von der Bewertung auf das, was dir fehlt.
Das Werkzeug dafür ist die Kopfstand-Methode. Du drehst die Bewertung ins Gegenteil und findest dahinter dein Bedürfnis: Aus „Du bist echt schlampig!“ wird ordentlich, und dahinter liegt, was du eigentlich brauchst, Ordnung und Struktur. Diesen Satz kannst du aussprechen, ohne dass dein Gegenüber in Deckung geht: „Ich brauche Ordnung und Struktur.“
Probier es mit einem echten Urteil aus dieser Woche, über deinen Chef, deine Nachbarin oder dich selbst. Dreh es um und schau, welcher Wert sichtbar wird. In Teams lohnt sich die Übung immer dann, wenn über Abwesende geurteilt wird: Statt der Abrechnung steht plötzlich ein Wunsch im Raum, über den sich reden lässt. Ausführlich erklärt in Urteile übersetzen.
Werkzeugkoffer Empathie

Der Werkzeugkoffer ist für Momente, in denen dir jemand etwas erzählt und du mehr tun willst als nicken: dein Partner nach einem miesen Tag, eine Kollegin, die sich über die Chefin ärgert. Die Karte trennt, was gesagt wird (Geschichten, Kritik, Urteile, Rechtfertigungen), von dem, was du darin hören kannst: wie es der Person geht, was ihr wichtig ist, was sie sich wünscht. Du musst dafür nicht einverstanden sein; verstehen reicht.
Sieben Werkzeuge stehen zur Wahl, von Stille und Raum geben über das Wiedergeben in eigenen Worten bis zur Vermutung „Also, bist du sauer, weil dir Zuverlässigkeit wichtig ist?“. Die Reihenfolge im Kopf macht den Unterschied, auf der Karte heißt sie: Verbindung ist wichtiger als Lösungen. Erst wenn dein Gegenüber sich verstanden fühlt, bringst du deine Sicht ein, und zwar mit der Verbindungs-Bitte „Magst du hören, wie ich das sehe?“.
Nimm dir fürs Erste ein einziges Gespräch vor, in dem du nur zuhörst und zwei der sieben Werkzeuge ausprobierst. Was beim Zuhören sonst noch hilft, steht in Empathisch zuhören.
Hausapotheke Selbstempathie

Die Hausapotheke ist die Karte für den Moment, in dem Kritik dich erwischt: Der Ärger steigt, die Scham gleich mit, und im Kopf beginnt die Abrechnung, mal mit der anderen Person, mal mit dir selbst. Die Karte hält dagegen einen unbequemen Auftrag bereit: Kümmere dich zuerst um dich selbst.
Vier Schritte führen da durch. Regulieren, mit dem Wortlaut der Karte: „Ich bin sicher. Ich muss nicht reagieren. Ich habe eine Wahl.“ Und atmen. Spüren heißt wahrnehmen, was in dir passiert, ohne es zu bewerten; du bist nicht dein Gefühl. Neu fokussieren hilft besonders bei Scham und Schuld: Was war deine gute Absicht, was ist objektiv passiert, um welche Bedürfnisse geht es? Erst danach kommt Handeln: Du hast die Wahl, was tut dir jetzt gut?
Am meisten bringt die Karte, wenn du sie nach so einem Moment in Ruhe durchgehst, am Küchentisch nach dem missglückten Telefonat. Deine erste Reaktion entstammt deiner Prägung, so steht es auf der Karte. Welche Antwort du danach gibst, entscheidest du. Mehr dazu in Selbstempathie.
Gefühlskompass

Der Gefühlskompass hilft bei einer Frage, die einfacher klingt, als sie ist: Was fühle ich gerade eigentlich? Mehr als 50 Gefühlswörter sind auf zwei Achsen sortiert, angenehm oder unangenehm, viel oder wenig Energie. Daraus entstehen vier Felder, von Kampf/Flucht (wütend, gereizt, besorgt) bis zum Sicheren Hafen (gelassen, berührt, friedvoll).
Nutz die Karte, bevor du auf die Mail antwortest, die dich seit einer Stunde beschäftigt: In welchem Feld stehst du, und wie viel Energie ist da? „Frustriert“ ist etwas anderes als „bedrückt“, und das genauere Wort führt dich schneller zu dem, was du gerade brauchst.
In Gruppen ist der Kompass ein Check-in ohne lange Erklärung: Jede Person zeigt auf der Karte, wo sie gerade steht. Das ist konkreter als „gut, danke“ und schneller als eine Befindlichkeitsrunde. Auch nach Rollenspielen im Seminar lohnt der Blick darauf, was in der Übung wirklich da war. Welche Wörter dir sonst noch fehlen, findest du in Gefühle benennen.
1. Hilfe für Konflikte

Diese Kartenseite ist für den Moment gedacht, in dem zwei andere aneinandergeraten und du unterstützen willst: deine Kinder, zwei Kollegen, ein Paar im Freundeskreis. Im Konflikt ist auf beiden Seiten das Bedürfnis groß, verstanden zu werden. Genau da setzen die Fragen an, und deshalb gilt: Der Fokus liegt auf einer Person zur Zeit.
Du beginnst bei einer Seite („Was möchtest du, dass er versteht?“) und lässt die andere wiedergeben, was angekommen ist („Was hast du von ihr gehört?“). Fehlt etwas, ergänzt du aus dem, was du gehört hast. Urteile übersetzt du in Bedürfnisse: „Wenn du sagst, ihr ist das egal, heißt das, du wünschst dir mehr Rücksicht?“ Dann wechselst du zum Gegenüber. Die Lösungsebene kommt auf der Karte bewusst zum Schluss, wenn beide gehört sind: „Was braucht es jetzt, damit es für euch beide wieder passt?“
Erwarte von dir keine perfekte Mediation. Schon die Struktur, eine Person nach der anderen ausreden und wiedergeben zu lassen, verändert den Ton. Wie du ein Klärungsgespräch von Anfang bis Ende begleitest, zeigt Konfliktgespräch moderieren.
Zum Weiterüben
Eine Karte erinnert dich an die Struktur, das Üben nimmt sie dir nicht ab. Wenn du die Schritte live ausprobieren willst, findest du unsere GFK-Seminare auf impactinstitut.com; im kostenlosen Erlebnis-Webinar lernst du uns vorher unverbindlich kennen.