Was dir Gefühle sagen wollen

Was dir Gefühle sagen wollen

„Du machst mich wütend.“ Der Satz ist schnell gesagt. In der Gewaltfreien Kommunikation schauen wir genauer hin: Was ist passiert, was erzähle ich mir darüber, was fühle ich und welches Bedürfnis meldet sich?

Gefühle geben dir eine Information

Ein Gefühl zeigt an, wie es dir in einer Situation gerade geht. Angenehme Gefühle können darauf hinweisen, dass wichtige Bedürfnisse erfüllt sind. Unangenehme Gefühle machen oft sichtbar, dass etwas Wichtiges zu kurz kommt.

Damit ist noch nicht entschieden, was du tun sollst. Du kannst kurz stehen bleiben und genauer werden.

Auslöser, Bewertung und Bedürfnis auseinanderhalten

Die Worte oder Handlungen eines anderen Menschen können ein Gefühl auslösen. Wie du die Situation deutest und welche Bedürfnisse dabei berührt sind, gehört ebenfalls zu deiner Reaktion. Diese Unterscheidung nimmt das Geschehen ernst und lässt dir mehr Spielraum als die reine Schuldfrage.

Aus „Du ignorierst mich“ kann zum Beispiel werden: „Als du während meiner Frage auf dein Handy geschaut hast, war ich enttäuscht. Mir war Aufmerksamkeit wichtig.“ Damit ist der Konflikt noch nicht gelöst. Aber dein Gegenüber kann hören, was tatsächlich in dir los ist.

Zwischen Gefühl und Reaktion genauer hinschauen.

Du gewinnst einen Moment, in dem du deine erste Reaktion prüfen kannst.

Eine kurze Selbstklärung

  1. Was habe ich konkret gesehen oder gehört? Beschreibe die Situation so, dass eine Kamera sie hätte aufnehmen können.
  2. Was fühle ich? Suche ein Wort, das deinen inneren Zustand beschreibt.
  3. Was ist mir wichtig? Frage nach dem Bedürfnis hinter dem Gefühl.
  4. Was möchte ich jetzt? Formuliere eine konkrete Bitte an dich selbst oder an dein Gegenüber.

Manchmal findest du das passende Wort sofort. Manchmal brauchst du eine Liste oder eine Karte vor dir. Dafür haben wir die illustrierten Bedürfniskarten entwickelt.

Wie die Gewaltfreie Kommunikation dein Leben bereichern kann

Wir erleben in unserer Seminararbeit: Wenn du Gefühle und Bedürfnisse bei dir und deinem Gegenüber in den Blick nimmst, verändert das die Qualität deiner Gespräche.

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